Jan
09
2010

Véronique Hartmann-Alvera
Haben Sie gestern auf ARD die Sendung Monitor gesehen? Wirklich höchst interessant was es da zum Titelthema zu hören gab.
Ein Auszug:
Prof. Meinhard Miegel, Ökonom, Stiftung Denkwerk Zukunft: “Mittlerweile haben wir einen materiellen Lebensstandard erreicht, der soviel höher ist als der Lebensstandard der übrigen Menschheit, dass es nicht mehr sinnvoll sein kann, weiter in diese Richtung zu marschieren. Und abgesehen davon ist es gar nicht mehr möglich, diese Art von materiellem Wachstum immer weiter zu treiben. Die natürlichen Ressourcen fallen aus. Die Energie fällt aus. Die Umweltbelastung nimmt zu. Wir müssen also Abschied nehmen von dem ursprünglich mal sinnvollen, aber mittlerweile überholten Konzept.” (Quelle: http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2010/0107/wachstum.php5)
Tags: Arbeitnehmer, Wirtschaftswachstum
Jan
08
2010

Véronique Hartmann-Alvera
Wo man hinhört und -liest, das Wort Wirtschaftswachstum ist in aller Munde.
Im unternehmerischen Kontext lautet das Zauberwort “Gewinnmaximierung”, welche im Grunde nur durch noch rigidere Kostenreduktion als bisher erreicht werden kann. Da Zulieferer, Dienstleister etc. meist um überhaupt zum Zug zu kommen ohnehin gute Miene zu Knebelverträgen machen müssen, ist der größte Kostenfaktor der Mitarbeiter an sich. Schlechte Bezahlung, ein extremer Anstieg bei prekären Arbeitsverhältnissen, Schummeleien, wie firmeneigene Leiharbeitskonstrukte etc. sind eine unmittelbare Folge.
Wenn ich meinen Klienten und Freunden zuhöre, bedeutet das aber auch oft Aufhebungsvertrag, Kündigung, aber auch Mobbing und in diesem Kontext die eher “softe” Variante - ein von Angst und Mißtrauen durchzogenes Betriebsklima. Die Folgen sind teilweise völlige Überlastung, da viel Arbeit oft von der erheblich reduzierten Belegschaft bewältigt werden muss und die ständige Angst um den Arbeitsplatz im Nacken sitzt.
Erholungszeiten können nicht mehr ihrem Sinn gemäß genutzt werden, weil es unverhältnismäßig lange dauert, bis die im Job aufgebaute Spannung nachlässt.
Nichts gegen Wirtschaftswachstum – ganz ehrlich, aber nur wenn dieses Wort nicht dafür steht, dass einige wenige sich die Taschen immer voller machen und bei sehr vielen die Taschen immer leerer werden, dafür die Last auf ihren Schultern bzw. ihrer Seele immer größer wird.
Tags: Arbeitnehmer, Wirtschaftswachstum